Veranstaltungen in den Kritischen Einführungswochen

Auch dieses Semester wird es an der Uni Leipzig wieder Kritische Einführungswochen geben. Wir sind mit diesen Veranstaltungen mit dabei, aber auch der Rest lohnt sich!

Einführung in die materialistische Rechtskritik
Ein Vortrag von Sonja Buckel, Professorin für Politische Theorie an der Universität Kassel

Das Verhältnis einer herrschaftskritischen Perspektive zum Recht ist bestenfalls
ambivalent. Dessen enge Verbindung zum Staat, seine Normativität, die Absicherung von Eigentumsverhältnissen, der scheinbar ideologische Gehalt der Menschrechte – all das erzeugt zumindest einen Anfangsverdacht gegenüber dem Recht. Gleichzeitig ist kaum eine soziale Bewegung bekannt, die nicht auch Rechtsforderungen aus sich heraus erzeugt hätte. Insofern trifft Ingeborg Maus durchaus den Kern, wenn sie leicht ironisch anmerkt, dass das Recht vielleicht ein „noch vertrackteres Ding als die Ware“ sei.
Der Vortrag wird sich mit diesem widersprüchlichen Verhältnis
auseinandersetzen.

Sonja Buckel ist Professorin für Politische Theorie an der Universität Kassel. Sie studierte Politikwissenschaft und Rechtswissenschaft in Frankfurt am Main, promovierte über eine materialistische Rechtstheorie und untersuchte in ihrer Habilitation rechtliche Kämpfe um das europäische Migrationsrecht. Sie ist zudem Herausgeberin und Redakteurin der Zeitschrift „Kritische Justiz“.

Die Veranstaltung wird am 06.10.2016 um 19 Uhr im HS 5 stattfinden.

Recht und Geschlecht
Einführung in die Legal Gender Studies

Das geltende Recht ist nur scheinbar neutral. Es geht aus von einem Subjekt, das weiß, männlich, heterosexuell, gesund und gebildet ist, von einer Ordnung, in der es Männer und Frauen gibt, die von Grund auf unterschiedlich sind, und reproduziert so die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse. Dies zeigt sich in fast allen Rechtsgebieten. Wie Recht und Genderkategorien aufeinander einwirken, analysieren die Legal Gender Studies, in die der Workshop einen Einblick geben soll.

Der Workshop wird am 10.10.2016 um 11 Uhr in HS 17 stattfinden.

Festung Europa?
Rechtliche Grundlagen, Perspektiven und Praxis des Außengrenzschutzes der EU // Ein Vortrag von Dr. Anna Mrozek, Akademische Assistentin am Lehrstuhl Prof. Dr. Enders

Aufgabe des (polizeilichen) Grenzschutzes ist es, (Staats-)Gebiete zu schützen, indem er den grenzüberschreitenden Personenverkehr kontrolliert und sich dabei nach der Differenzierung zwischen „legaler“ und „illegaler“ Migration ausrichtet. Der Mechanismus dieser Kontrolle und des Grenzschutzes als solchen wird dabei stark durch das jeweilige Verhältnis des Staates zur Migration determiniert. Dieser Mechanismus wurde nunmehr zum Schutze des „Raumes der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts“ auf die supranationale Ebene der Europäischen Union extrapoliert und es finden entlang der Außengrenzen regelmäßig durch FRONTEX koordinierte operative Einsätze unter Beteiligung aller EU-Mitgliedstaaten statt, deren Fokus auf die Verhinderung „illegaler“ Einwanderung gerichtet ist. Diese Einsätze werfen Fragen nach der rechtsstaatlichen Legitimation einer supranationalisierten hoheitlichen Gewaltausübung im Mehrebenensystem des Raumes der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts auf.
Der Vortrag erörtert die Einsätze im Lichte der rechtsstaatlichen Anforderungen an den Grenzschutz und führt die verschiedenen, bisher überwiegend separat diskutierten Aspekte des nationalen und des europäischen Rechts sowie des Völkerrechts in ihrer wechselseitigen Verwiesenheit vor dem Hintergrund der europäischen Migrationspolitik zusammen.

Dr. Mrozek ist akademische Assistentin am Lehrstuhl für Öffentliches Recht von Prof. Dr. Enders der Universität Leipzig und promovierte zum Thema “Grenzschutz als supranationale Aufgabe”.

Die Veranstaltung wird am 12.10.2016 um 15 Uhr in HS 16 stattfinden.

… und natürlich darf ein Barabend nicht fehlen!
am 19.10.2016 ab 19 Uhr in der Eisenbahnstr. 113b im leipziger Osten
Wir wollen uns über das Jurastudium austauschen – welche Professor*innen gehen gar nicht und welche sind cool, wie geht man mit dem Prüfungsdruck um und kann man das Jurastudium kollektiv besser bewältigen? Wie verträgt sich eine linke gesellschaftspolitische Einstellung mit dem Jurastudium? Wir wollen in netter Atmosphäre einen Ort schaffen, wo sich linke und alternative Jurastudent*innen über das Studium austauschen können und Pläne geschmiedet werden.
Das Angebot richtet sich natürlich an Erstsemester*innen, aber auch an kritische Jurist*innen aller anderen Semester. Wir haben jedenfall einige Jurist*innen eingeladen, die gerade mit ihrem Staatsexamen durch sind und auch für Fragen bereit stehen. Kommt zahlreich!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.